„Menschen, die ein ganzes Volk verbinden". Patriarch Pavle verstorben PDF Drucken E-Mail
Montag, den 16. November 2009 um 06:50 Uhr

Der Serbische Patriarch Pavle I Der Serbische Patriarch Pavle I

Informationsdienst der Serbischen Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa

SOK AKTUELL
15. November 2009

(BELGRAD) Der Serbische Patriarch Pavle I. ist heute um 10.45 in Belgrad gestorben. Er befand sich seit 2007 wegen Krankheit in einem Belgrader Krankenhaus. In Serbien hat die Regierung aus Anlass des Todes von Patriarch Pavle I. drei Tage Trauer angeordnet. Die Reaktion auf den Tod des Patriarchen in Serbien wurde am deutlichsten durch Staatschef Boris Tadic (DS, Demokratische Partei) zum Ausdruck gebracht: „Es gibt Menschen, die schon durch Ihre Existenz ein ganzes Volk verbinden. So war Patriarch Pavle", sagte Tadic. „Sein Weggang ist mein persönlicher Verlust", fügte der Präsident hinzu.

P
atriarch Pavle, das 44. Oberhaupt der Serbischen Orthodoxen Kirche (SOK) gerechnet vom Hl. Sava (12.-13. Jh.), wurde am 11. September 1914 im Dorf Kucanci in Slawonien (heute in der Republik Kroatien) geboren. Sein weltlicher Name lautete Gojko Stojcevic.

Die Grundschule absolvierte der künftige Patriarch in seinem Geburtsort, die niedere Stufe des Gymnasiums im bosnischen Tuzla und die Oberstufe in Belgrad. Die sechs Jahre dauernde Priesterseminar-Ausbildung absolvierte er 1936 in Sarajevo.

Im Jahre 1954 wurde Gojko Stojcevic zum Priestermönch Pavle. Danach verbrachte er zwei Jahre in Athen, wo er an der Theologischen Fakultät Studien zum Neuen Testament und Liturgik betrieb. Nach seiner Rückkehr in die Heimat wurde er 1957 zum Bischof von Raszien-Prizren gewählt. Seine Diözese umfasste das gesamte Gebiet von Kosovo-Metohija. In den 33 Jahren seiner Amtszeit als Bischof von Raszien-Prizren ließ er alte Kirchen renovieren und förderte den Bau neuer Gotteshäuser. Auch kümmerte er sich um das Priesterseminar in Prizren.

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avle I. wurde am 2. Dezember 1990 in Belgrad als Patriarch inthronisiert. Seine Inthronisierung in Pec (Kosovo-Metohija), dem mittelalterlichen Patriarchensitz, fand am 2. Mai 1994 statt.

Seit etwa zwei Jahren befand sich der Patriarch in einem Belgrader Krankenhaus. Vertreten wurde er in dieser Zeit von Metropolit Amfilohije von Montenegro.

Sein ganzes Leben hat der Serbische Patriarch Pavle I. der Kirche gewidmet. In der Bevölkerung war er wegen seiner Bescheidenheit, seiner Hilfe für die Armen und seines heiligmäßigen Lebens sehr beliebt.

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ie Diözese Mitteleuropa besuchte Patriarch Pavle im Juni 2000: Damals weihte er die neu gebaute Hl.-Sava-Kirche in Hannover, besuchte mit Bischof Konstantin (Djokic) den Christus-Pavillon auf der EXPO 2000, wo er Landesbischöfin Margot Käßmann, der heutigen Ratsvorsitzenden der EKD begegnete. Aus demselben Anlass besuchte er auch den römisch-katholischen Bischof von Hildesheim, Dr. Josef Homeyer.

Wir beten für den verstorbenen Patriarchen und sagen: Vjecnaja pamjat: Ewiges Gedenken.


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